Dach-Check: Ist mein Dach für Solarstrom geeignet?

PV-Ratgeber Schweiz

Dach-Check: Ist mein Dach für Solarstrom geeignet?

Ob sich ein Dach für Photovoltaik eignet, hängt von Ausrichtung, Neigung, Verschattung, Zustand und Statik ab. Eine erste Einschätzung liefert die Eignungskarte Sonnendach.ch des Bundes; verbindlich ist sie nicht (Stand Oktober 2026).

Stand: Oktober 2026 · Lesezeit ca. 3 Min.

Kurz gesagt: Sonnendach.ch zeigt in wenigen Sekunden Eignung und theoretischen Ertrag, ersetzt aber keine Besichtigung. Statik, Schneelast, Dachzustand und mögliches Asbest müssen vor dem Bau von Fachleuten geprüft werden.

Erste Einschätzung mit Sonnendach.ch

  • Die Eignungskarte des Bundesamts für Energie zeigt, wie gut ein Dach geeignet ist und welcher Ertrag theoretisch möglich wäre. Sie simuliert den Sonnengang über das Jahr; die Klimadaten stammen von MeteoSchweiz, die Gebäudedaten von swisstopo.
  • Die Dachflächen sind nach jährlicher Einstrahlung eingeteilt: gering (unter 800 kWh/m²), mittel (800 bis 1000), gut (1000 bis 1200), sehr gut (1200 bis 1400), hervorragend (ab 1400 kWh/m²). Laut Schlussbericht (2022) rechnet die Karte vereinfacht mit Stromertrag = Einstrahlung × 0,2 (Annahmen: Modulwirkungsgrad 20 %, Performance Ratio 0,8); Ihr tatsächlicher Ertrag kann deutlich abweichen.
  • Grenzen laut Schlussbericht (2022): Kamine und Dachfenster werden nicht abgezogen, weil die Daten fehlen. Das Höhenmodell altert, Bäume können seither gewachsen sein.
  • Swissolar bezeichnet die Karte als erstes Indiz. Der Abgleich von Offertenwerten mit dem Solarkataster gilt laut Swissolar-Geschäftsführer David Stickelberger (Beobachter, 2021) nicht für komplexere Dachflächen.
  • Eine detailliertere Ersteinschätzung mit Kosten liefert der Solarrechner von EnergieSchweiz. Für die Planung empfiehlt Swissolar einen zertifizierten Solarprofi.

Ausrichtung, Neigung, Verschattung

  • Swissolar: Besonders gut geeignet ist jede ganzjährig unbeschattete Dachfläche, die höchstens 45° von Süden abweicht. Ost-West-Dächer und Fassaden werden zunehmend genutzt. Den Höchstwert (115 %) erreicht man bei Süden und 30° Neigung.
  • EnergieSchweiz: Der Jahresertrag liegt in der Schweiz zwischen 850 und 1100 kWh pro kW DC-Nennleistung. Werte über 1100 hält EnergieSchweiz meist für unrealistisch.
  • Teilverschattungen mindern den Ertrag überproportional. Laut Swissolar ist es besser, die Ursache zu beseitigen (etwa einen Baum zurückzuschneiden), bevor Leistungsoptimierer als letzte Möglichkeit erwogen werden.
  • Bei Nord-, Ost- oder Westdächern mit guter Einsicht für Nachbarn gilt Blendung als potenziell heikel.

Dachtypen

  • Schrägdach (Ziegel u. a.): Angebaute Anlagen lassen das Dach bestehen, werden besser hinterlüftet und sind bei intakten Dächern meist günstiger. Integrierte Anlagen ersetzen die Eindeckung, sind etwas teurer und drei bis fünf Prozent weniger effizient; die Dichtigkeit ist zentral (EnergieSchweiz).
  • Flachdach: Die Traglastreserve muss ermittelt werden. Eine Meldung statt Baubewilligung genügt, wenn die Anlage den Dachrand um höchstens 1 m überragt und von unten nicht sichtbar ist (Blickwinkel 45°, Swissolar). Bei Gründächern sollte die Modulunterkante mindestens 30 cm hoch liegen; die Statik ist vorher abzuklären (Swissolar).
  • Eternit und Asbest: Bei Dächern aus der Zeit vor 1990, besonders bei Wellplatten aus Faserzement, kann Asbest enthalten sein (Suva/Swissolar). Ob das bei Ihrem Dach zutrifft, klärt eine Fachperson. Bei Bearbeitung werden Fasern frei. Die Empfehlung lautet, asbesthaltiges Material vor der Montage komplett zu ersetzen. Die Suva weist zudem darauf hin, dass Wellplatten nicht durchbruchsicher sind. Beauftragen Sie dafür Fachbetriebe.

Schneelast, Wind und Statik

  • Die Norm SIA 261 «Einwirkungen auf Tragwerke» legt die schweizerischen Wind- und Schneelasten fest, einschliesslich der Auswirkung einer PV-Anlage auf die Gebäudestatik (Swissolar).
  • EnergieSchweiz: Die statische Tragfähigkeit und der Widerstand gegen die maximale Windlast sind zu prüfen. Auf Schrägdächern braucht es Schutz vor Dachlawinen, etwa Schneefänger oder Absperrung.
  • Konkrete Lastwerte hängen von Standort und Gebäude ab; die Berechnung gehört zum Auftrag an Planer oder Statiker.

Dachsanierung vor der Solaranlage

  • EnergieSchweiz: Die Restlebensdauer des Dachs ist abzuklären und sollte aus wirtschaftlicher Sicht noch mindestens 25 Jahre betragen.
  • Steht ohnehin eine Sanierung an, kann ein Gerüst gemeinsam genutzt werden, und eine integrierte Anlage kann sinnvoll sein.
  • Baurecht: Für genügend angepasste Solaranlagen auf Dächern genügt gemäss Art. 18a RPG eine Meldung statt einer Baubewilligung. Bei Kulturdenkmälern braucht es eine Bewilligung (Swissolar).

Allgemeine Information, keine Statik-, Rechts- oder Fachberatung; ohne Gewähr.

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Häufige Fragen

Wie genau ist Sonnendach.ch?

Die Karte ist eine Simulation und gilt als erstes Indiz. Kamine, Dachfenster und neu gewachsene Bäume sind nicht immer berücksichtigt. Eine Vor-Ort-Prüfung bleibt nötig.

Muss das Dach nach Süden zeigen?

Nein. Gut geeignet sind laut Swissolar Flächen, die höchstens 45° von Süden abweichen. Ost-West-Dächer werden zunehmend genutzt; nach Norden geneigte Flächen nimmt EnergieSchweiz von der Empfehlung aus, das ganze Dach zu belegen.

Kann ich Module auf ein Eternitdach montieren?

Das ist heikel. Bei Faserzement-Wellplatten kann Asbest enthalten sein. Empfohlen wird, das Material vorher zu ersetzen. Lassen Sie den Befund durch eine Fachperson klären.

Wann sollte ich das Dach zuerst sanieren?

Laut EnergieSchweiz sollte die Restlebensdauer des Dachs aus wirtschaftlicher Sicht noch mindestens 25 Jahre betragen. Liegt sie darunter, lohnt sich die Abklärung einer Sanierung vor der Montage.

Quellen und Stand

Stand der Recherche: 18. Oktober 2026. Alle Angaben ohne Gewähr und keine Rechts- oder Steuerberatung. Beträge und Vorschriften können sich ändern; massgebend sind die Verfügungen der Behörden sowie Ihr Kanton und Ihr Netzbetreiber.

AF
AceFlex Swiss AG, Dübendorf
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